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Kamper, Kanu, Kobe

Heute der Bericht Teil 2 zum Wassersport-Trip nach Holland vergangenes Wochenende: Ferienhaus im Vakantie Eiland Braakman, Kanu-Tour und Kobe-Rinder…


Vakantie Eiland Braakman
Auf 200 Hektar Fläche, umgeben von 120 Hektar Wasser, befindet sich der malerisch gelegene Ferienpark Braakmann. Laut eigener Bezeichnung “Ferieninsel”, Vakantie-Eiland, das sich durch die Lage als Halbinsel im Naturschutzgebiet nahe der Küste , unterhalb der zeeländischen Westerschelde, inklusive Umrahmung durch große Wasserflächen und Kanäle erklärt.  Weit mehr als 300 Hektar Natur pur. Wer mit der Vorstellung Probleme hat (wie ich): 1.200 Morgen. Beliebt als Vergleichsmaßstab für ein Hektar ist auch ein Fußballfeld, das in der Praxis aber deutlich kleiner ausfällt (0,7 Hektar). Also deutlich mehr als 400 Fussballfelder. Oder schlicht: riesengroß.

Der Park beherbergt Gäste auf vielfältige Weise: Als Camper mit eigenem Zelt, eigenem Wohnwagen, im eigenen oder gemieteten Bungalow (klein) bzw. Ferienhaus (ab 6 Personen).  Die Kapazität liegt bei mehr als 1.200 Stellplätzen, wovon 500 für Touristen verfügbar sind. Insgesamt 50 Bungalows und Ferienhäuser unterschiedlicher Größen können angemietet werden. Wasserliebhaber kommen im Park voll auf ihre Kosten: Schwimmen, Angeln, Segeln oder Kanufahren. Noch nie gesegelt oder gesurft? Im Sommer schulen diplomierte Segellehrer die Kursteilnehmer im parkeigenen Hafen und Gewässern. Angler können nach diversen Süß- und Salzwasserfischen auf die Pirsch gehen, etwa Aal, Hecht, Barsch, Karpfen und Forellen. Inmitten des Vogel- und Naturschutzgebietes bieten sich für Naturliebhaber Wanderungen an, und natürlich ist auch an Familien mit Kindern gedacht. Mit Naturschwimmbad, Skatebahn, Minigolf, diversen Kletter- und Spielplätzen, Trampolinen und Animation mit vielfältigen Freizeitaktivitäten, vom Basteln und Tanzen bis zum spektakukären Sechskamp und Discoabenden für größere Kinder. Ferien-Full-Service, selbst WLAN ist auf dem gesamten Areal verfügbar. Was mir als kombinierten Technik- und Naturfreund natürlich besonders positiv aufgefallen ist.

Mein Ferienhaus
Am Wochenende fand ich Unterschlupf in einem der Ferienhäuser für bis zu 6 Personen. Ganz schön mondän als Single. Es war nur, trotz auslaufender Saison, nichts anderes frei. Ein gutes Zeichen, das genauso für den Park spricht wie die Tatsache, dass es trotzdem ausgesprochen ruhig war. Und zwar im Haus (natürlich) samt Nachbarschaft (schon weniger klar) genau wie auf dem ganzen Gelände. Es begegneten mir bei Spaziergängen vereinzelt andere Gäste, doch gerade auf dem Wasser und im Naturschutzgebiet konnte ich nicht zuletzt aufgrund der Größe der Anlage stundenlang für mich sein.

Im Haus ist alles vorhanden, was man als Selbstversorger benötigt. Küche inklusive Zubehör (Geschirr, Besteck, Reinigingsutensilien etc.), hochwertiger Grill mit Mikrowelle und Ofen, drei Schlafzimmer mit je zwei Betten (gestuft vom Stil her ein “Elternschlafzimmer” mit großem Kleiderschrank, ein “Jugendzimmer” mit Doppelbett und kleinem Kleiderschrank sowie ein “Kinderzimmer” mit zwei einzelnen Betten, die aber ebenfalls wie alle anderen Schlafgelegenheiten für Erwachsene taugen). Bemerkenswert groß die Dusche, außerdem verfügt das Haus über einen eigenen Boiler mit ordentlich Druck in den Leitungen (finde ich immer ganz angenehm, im Gegensatz zu kraftlosen Untertischgeräten). Vom zentralen Flur geht die Dusche, das WC und die Schlafzimmer ab, zentraler Raum ist das kombinierte Wohn- und Esszimmer. Schön die Firsthöhe, die ein weites Raumgefühl erzeugt (und mich an zu Hause erinnert). Hinter der Küche existiert noch ein Geräteraum mit separatem Ausgang ins Grüne. Apropos: Den Wagen kann man direkt vor dem Haus parken.

Kobe vs. Jurassic Park
Am Sonntag war das Wetter noch etwas herber als am Samstag, was uns ja immerhin Blokarting ermöglichte. Vormittags war es durch den Wind und Regen so schlecht, dass es für den Gehilfen des Hafenmeisters so aussah, als ob Kanu und Segeln quasi ins Wasser fielen (zugegeben, “ausfällt” wäre hier sprachlich eindeutiger gewesen).  So nutzte ich die freie Zeit für eine Entdeckungstour über das Gelände.

Rundherum weist die Karte einen Wanderweg durch das Naturschutzgebiet aus, der am Wasser und der Uferzone entlangführt. Im Abschnitt meines Einstiegs grasen Kobe-Rinder – und zwar frei. Wer es drauf anlegt, geht einfach hin und bewundert sie aus der Nähe. Angesichts ihrer aufmerksamen Blicke, peitschenden Schwänze und spitzer Hörner begnügte ich mich zunächst mit dem verbretterten Hochstand. Natürlich konnte ich nicht weggehen, ohne doch den Versuch unternommen zu haben, mich zu nähern. Nur noch einen vorsichtigen Schritt. Und noch einen. Immer mit dem Plan im Kopf, wohin ich im Notfall flüchtete. Ich weiß zu wenig über Kobe-Rinder. Ihr Temperament. Höchstens die Sache mit Japan und den Bier-Massagen und Steaks. Vermutlich sind sie eine ganz kuschelige, friedliebige Klasse, die sich freut, wenn sie Besuch bekommt, gestreichelt wird, auch wenn ich kein Bier dabei habe. Doch da waren diese Warnschilder, Elektrozäune, Stacheldraht am Eingang. Das macht unentschlossen. Statt statt Streichelzoo also lieber weiter Wandern.

Keine 200 Meter weiter, auf einer idyllischen Lichtung, verpasste mein Fuß so gerade eben einen fiesen, fetten Flatschen. Ich war nicht alleine. Beim Blick über die Schulter, ach was, beim Blick rundherum, musste ich an Jurassic Park denken. Stilecht kam ich mir damit so vor wie die Ziege, doch der T-Rex tauchte nicht auf. Und auch kein anderer Dino oder horntragendes Nutzvieh. Pures Glück, die Natur sprach ja eine andere, eindeutige Sprache. Abschließend bin ich sicher: Da der Weg ausdrücklich als “Wandelpad” deklariert ist, müssen die Tiere friedliebend sein. Ein schönes “Abenteuer” gerade auch für Kinder, direkt vor der Haustüre in den Ferien.

Kanu kann jeder
Am Nachmitttag besserte sich das Wetter, und in direkter Absprache mit dem Hafenmeister Marcel, diplomierter Segellehrer in Personalunion, zogen wir das Kanu aus dem Hut und der Halle des Wassersportzentrums. In der Komplexitätspyramide im Erlernen steht das Kanu unter dem Blokart, das unter dem Windsurfen rangiert, was widerrum vom Segeln getoppt wird. Oder anders: Kanufahren ist wirklich einfach. Eine etwas einseitige Vorerfahrung habe ich ja vom Drachenboot, wobei das Kanu quasi Duplexbetrieb erfordert. Reinsetzen, rechts und links paddeln, fertig. Selbst Neoprenanzug, Helm oder Schwimmweste brauchte ich nicht. Andererseits geht´s ja auch nicht zum Rafting oder Canyoning. Also rein ins Boot und rauf aufs freie Wasser.

Kanufahren ist auch für Einsteiger leicht erlernbar, in wenigen Minuten hat man den Dreh raus. Sprichwörtlich, weil Wenden oder zumindest Navigieren in Wind und Strömung den Einsatz des Paddels erfordert. Mit kräftigen Zügen kommt man schnell vorwärts, und plötzlich ist man da mitten auf dieser riesigen Wasserfläche, umrahmt von Grün, unter der vom Wasser schimmernd reflektierten Sonne. Die Wellen schmatzen ans Boot, der Wind weht um die Nase, und ich realisiere, eigentlich gerade gar nicht mehr paddeln zu wollen, sondern nur diesen Moment zu genießen. Ich bin eine Stunde unterwegs, habe ich im Hafen gesagt. Es könnten auch zwei sein, oder der ganze Tag, wenn mir danach wäre.

Der Wind und die wenigen Wellen spielen mit mir, bringen mich in hüpfende Bewegungen, die ich mit dem querliegenden Paddel ausgleiche, und das Boot stabil halte. Mir kommt der Gedanke, dass ich beim Start vielleicht den Autoschlüssel und das Smartphone besser am Ufer gelassen hätte. Langsam paddle ich zurück, um das nachzuholen, jedoch auch – auf eigenes Risiko – meine DSLR zu holen. Das Panorama auf dem Wasser ist einfach zu schön, das will fotografiert werden. Außerdem fühle ich mich im Boot sicher genug. Wenn ich darauf achte, mit dem Kanu im Wind zu kreuzen, ist das Gehubbele im Griff. So fahre ich noch mal raus, genieße die Elemente und das Gefühl, eins mit ihnen zu sein (ehrlich, den Satz hab ich auf dem Wasser genau so gedacht, und musste angesichts einer nicht zu leugnenden Schmalzigkeit im Boot drüber lachen, aber der Satz und Gedanke hat es verdient, hingeschrieben zu werden, da das Gefühl authentisch war).

Nach einer Stunde kehre ich in den Hafen zurück, drehe noch einige Runden um die anliegenden Boote, genieße die Ruhe, Sonne und rauschenden Bäume. Am Steg kraxle ich aus dem Boot, ziehe es an Land und verstaue es zusammen mit einem Helfer im Bootshaus. Hinter mir liegt ein ausgesprochen schönes und ruhiges Erlebnis, das für wirklich Altersgruppen geeignet ist. Einzige Voraussetzung: Man sollte Schwimmen können. Und das auch eigentlich nur für den Notfall. Also genau wie Laufen bei den Kobe-Rindern.

Fazit
Das perfekte Wassersport-Wochenende als Kurztrip. Die Anreise durch Belgien und Holland ist entspannt in drei Stunden machbar, der Samstag bot Action und Strand satt (die Katamaranschule ist nur rund 30 Minuten mit dem Auto entfernt). In der Unterkunft habe ich mich sehr wohl gefühlt, natürlich macht so ein Bungelow oder Ferienhaus in der Gruppe noch mehr Spaß als eine Exkursion alleine. Andererseits genoß ich so am Abend und Sonntag sehr die Ruhe und Erholungswert in der Natur und auf dem Wasser, der perfekte Ausgleich. Genau wie zuletzt Kamperland ist mir damit Flandern in Zeeland sehr ans Herz gewachsen – Holland, danke!

Filed under: Laufen, , , , , , , , , , , , , , , , ,

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