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running soon: 1. Herz-Kreislauf, StrongmanRun 2015

Ich will zurück nach Kamperland

Mal ehrlich: Das Wetter in den letzten Wochen war schlecht, das Wetter der letzten Tage gar grauenhaft, Beim Blick auf den Wetterbericht freut man sich schon über Trockenheit, doch selbst sie war für den Holland-Trip nicht angesagt. Egal, geht ja um Wassersport, machte ich mir Mut. Da wird man ja eh nass. Allerdings wusste ich aus den Vorbereitungen, dass gerade Kiten, Surfen und Wasserski doch ziemlich wetterabhängig sind, da mit zu viel Wind oder gar Gewitter nicht zu spaßen ist. Doch genug Jammerei, denn erstens löst sich das Problem in der Theorie nicht, zweitens geht es ja ins Sonnenland Holland – dort wo die Sonne IMMER{tm] scheint – und drittens wird es schon werden. Just do it. Und es wurde. Und wie!



Montag Abend Ankunft in Breesand, Vrouwenpolder, Hotel Duinoord. Kurz zum Strand, Schirm mitgenommen, erstes Opfer dieses Trips: Kaum aufgespannt, hat es sich dank Windstärke 9 ausgeschirmt. Schade, denn der orangene Knirps hat gut zum Wetter (und Land) gepasst. Durchgestürmt und sandgestrahlt ging es erfrischt zurück ins Feriendomizil, ein schnuckeliges, kleines, junges, familiäres Haus. Ich bewohne weniger ein Zimmer als eine kleine Ferienwohnung, paradisisch direkt hinter dem Deich gelegen. Die Inhaber vermieten außerdem direkt am Strand stehende Häuschen – echt idyllisch und toll besonders für Familien mit Kindern.

Heute Morgen hat sich der Sturm gelegt, glücklicherweise ist es trocken. Gute Voraussetzungen zum Start gen ROHA, Surfen und Wasserski. Die Location liegt in Kamperland, rund 7 Kilometer vom Haus entfernt. Autofahren in Holland ist entspannend: Wenig Verkehr, geordnetes Dahingeleiten, gute Beschilderung. Kein Vergleich zur Hektik und Hetze unserer Großstädte. Die dünne Besiedlung von Zeeland, nur rund 215 Bewohner pro Quadratkilometer, sieht und spürt man. Nahverkehr per Fahrrad überall, auffällig viele elektrifizierte Fahrzeuge.

Bei ROHA ist die Begrüßung durch Marloes (Roha Surfing) und Diana (Waterskicentrum de Schotsman) sehr herzlich, ruckzuck habe ich zwei Neoprenanzüge in der Hand. Weil es heute mit rund 16° Lufttemperatur recht frisch ist – doppelt hält und wärmt besser. Schwupp, schon bin ich in der Umkleide, in der schmissige Musik läuft. House, Eurotechno (Holland halt) und, sehr amüssant,  no woman, no cry. Hier befinden sich auch die heissen Duschen, die 50 Cent Stücke fressen – dank an Frederik für den guten Tipp, extra einige Rollen mitzunehmen!

Start ins Surf-Glück
Surflehrer Ralf ist ein cooler Typ: Mit einem Alter irgendwo zwischen 35 und 45 roundabout so alt wie ich, allerdings mit schwarz-weissen Vollbart und lichterem Haar. Aus Deutschland, berufsbedingt vor einiger Zeit nach Holland, hauptberuflich beim Film. Wohnt in Amsterdam, ist Freelancer und verdingt sich in den Ferien für einige Tage als Surflehrer. Sehr sympathisch und in sich selbst (wie auch dem Brett) ruhend. Hifsbereit. Nachsichtig. Geduldig. Langmütig. Eigenschaften, die in unserer Zusammenarbeit auf Zeit unbedingt nötig sein werden.

Den Neoprenanzug kenne ich vom Wasserski, die Füßlinge erklären sich soweit von selbst. Allerdings besitzen sie die lustige Eigenschaft, aufgrund der guten Schnürung das Wasser drinnen zu behalten, wenn sie einmal vollgelaufen sind – analog funktioniert ja auf der Neoprenanzug, wenn er sich mit Wasser füllt, der Körper das Wasser erwärmt, durch den Anzug das Wasser aber weit weniger schnell wieder vom Körper (und damit Wärme) weggeführt wird. Bei den geliehenen Neos hat das auch dank der Doppelung ganz gut geklappt, wobei ich bei einem Anzugkauf auf verschliessbare Bündchen an den Armen achten würde, um den Rückfluss zu stoppen.

Unser Training läuft 1:2, Ralf als Surflehrer hat also zwei Schüler. Rebecca ist meine Brettnachbarin, und hat schon etwas Erfahrung. Am Ende werde ich sie selten sehen, weil sie einem Katamaran gleich durchs Meer pflügt, und – entscheidender Unterschied – selbst Wendungen beherrscht. Das eröffnet ganz neue Horizonte!

Relativ schnell stellen sich Erfolgserlebnisse ein: Im Wasser auf´s Brett stellen, Mast hochziehen, Gabelstange greifen und in die T-Position eindrehen. Fahrt aufnehmen, Gleichgewicht verlieren, Absprung. Es ist wie immer: Nach dem ersten Untertauchen arrangiert man sich mit den Elementen. Das Wasser hat (jetzt) eine kommode Temperatur, und ist angenehm salzig.

Findet Fielmann
Nein, kein Problem, Brille bleibt auf. Skeptische Blicke. Ehrlich, die hat schon ganz andere Sachen mitgemacht. Das passt. Da passiert nichts. Denkste. Das ist hier nicht das Freibad , sondern selbst in Ufernähe relativ schlecht (bis gar nicht) einsehbares, wildes, wogendes Meer. Der Wind geht noch immer ganz gut, was der Stabilität auf dem Brett für Anfänger nicht besonders förderlich ist.

Vor lauter Konzentration auf die Lehrstunde denke ich gar nicht mehr an die Sehhilfe, auch nicht, als ich wieder mal im Wasser gelandet bin. Ralf macht mich auf das Fehlen aufmerksam, wir stehen im kinnhohen Wasser, Grund nicht sichtbar. Meine Füße erspüren nichts, meine Hände greifen ins Leere, der Neo hemmt das Tauchen. Alle helfen mit, doch wir finden trotz gemeinsamer Mühen nichts. Später werde ich meine Suche alleine und mit extra organisierter Taucherbrille und Schnorchel – ergebnislos – fortsetzen. Dabei ist der Einsatz der Brille ohnehin sinnlos gewesen, viel zu oft falle ich ins Wasser, als dass sie einen nenneswerten Nutzen hätte. Auf dem Board orientiere ich mich auch ohne sie sehr gut.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, daher breche ich die Suche zwar nach dem Ende des Trainings wegen der Kälte ab, setze sie jedoch nach einer heissen Dusche fort. Es fällt schwer, die Brille in dem doch begrenzten Areal verloren zu geben. Sie muss doch irgendwo sein! Stattdessen werde ich von einem handtellergroßen Krebs gezwickt, und erhasche unter Wasser Blicke auf die hiesige Fauna und Flora. Weit und breit keine Brille, dafür bin ich mittendrin in der nächsten Surfgruppe. Diesmal ein halbes Dutzend Kinder, die durch die Nordsee (und beinahe auch mich) pflügen. Ich bin im Weg, tauche erneut ab, und gebe mich am Ende geschlagen: Jetzt muss die Sonnenbrille bis zur Heimfahrt reichen.

Wohlmöglich war es auch ein Zeichen. Die alte Brille gefiel mir schon eine  Weile nicht mehr, war rechts verkratzt durch den oft verkroste Okulargummierung meiner Kamera. Eine Lektion im Loslassen und die Mahnung zur Vorsicht. Bislang hatte ich wirklich Glück mit solchen Sachen, doch das ist kein Dauerzustand. Am Ende bin ich froh, die Chance auf eine neue Brille (oder endlich eine Lasik) geschenkt bekommen zu haben. Sehhilfe goes Seehilfe. Surf happy!

Aller guten Dinge sind drei
Neben der Brille ging im Wasser das Zeitgefühl verloren. Drei Stunden Training vergingen wie im Flug, bis Ralf die letzten 15 Minuten ausrief. Noch schnell die wasserdichte GoPro-Kamera geholt, per Brustgurt umgeschnallt, ein paar Bahnen gezogen, und spektakulär ins Wasser gefallen. Mit dem Netbook kann ich das jetzt hier im Urlaub nicht auf die Schnelle bearbeiten, plane aber eine mediale Extended Version dieses Beitrages. Ok, es werden nicht die Bilder aus dem Promovideo sein. Bis dahin dürfte es nicht nur surfbretttechnisch noch ein weiter Weg sein. Was ich übrigens auch mit Filmemacher Ralf erörterte, besitzt er doch ebenfalls eine Kamera gleichen Typs. Er setzt sie beim Mountainbiken und Skifahren ein. Einig waren wir uns, dass die limitieren Lichtverhältnisse (aufgrund der Bewölkung) nicht eben förderlich für die Bildqualität waren – die GoPro kommt selbst in der Hero2-Version nur sehr schlecht mit geringer Helligkeit klar.

Am Mittwoch geht es zum Wasserski. Davon erzähle ich euch morgen. Meine Arme und Beine spüre ich durch das heutige Training schon ganz ordentlich. In dieser Sekunde sitze ich vor dem Netbook, schreibe diesen Text, sitze auf einem Stuhl, höre die Möwen und spüre die abwesenden, obgleich wogenden Wellen um mich herum. Erstaunlich, kenne ich das doch nur aus Kindertagen, nach einem Tag am Meer, abends im Bett. Drei Stunden im Wasser, mit teilweise wenig einsteigerkompatiblen Wellengang (was der Stabilität, aber keinesfalls dem Spaß Abbruch tat,), hinterlassen ihren Spuren.

Eingangs schrieb ich, dass am Anfang Zweifel herrschten, es dann aber wurde. Ich habe wirklich selten erlebt, das sich ein Tag und eine Stimmung so rasant verbessern kann. Die letzte Woche war nach dem Firmenlauf und einem anstrengenden privaten Woche zwar schön, doch auch viel Stress. Heute morgen mümmelte ich noch recht lustlos mein Frühstücksbrötchen – der Mittag und Nachmittag waren hingegen plötzlich Erfahrung und Spaß pur, nicht zu reden von der Freude an den Fotos und am Schreiben. Heute Abend bin ich ganz aufgekratzt von den Erlebnissen und Eindrücken, die sie hinterlassen haben. Am meisten beeindruckt mich, wie schnell es geht. Und damit meine ich nicht die Erfolgserlebnisse auf dem Brett (Stand, Fahrt, Steuerung und beide Hände am Gabelbaum), sondern die Welt, die sich an einem einzigen sportlichen Tag in Holland eröffnet. Nicht auszudenken, welche Möglichkeiten ein sonniges Wochenende oder eine Woche im Strandhaus bietet. Doppelt schön: Wir werden es zusammen erleben, diesen Sommer. Zwei weitere Trips warten – lasst euch überraschen!

Dankeschön
Ein ganz großes Dankeschön gilt Frederik van Tetterode und dem Team und den Partnern von Holland.com. Dank des Tourismusbüros der Niederlande darf ich die vielfältigen Wassersportmöglichkeiten in Holland testen und für euch darüber darüber berichten. Neugierig? Dann folgt mir gern auch bei Twitter  oder bei Facebook. Gilt natürlich gleichermaßen für Holland, www.twitter.com/holland_de und http://www.facebook.de/niederlande.

P. S. Alle Fotos nur mit Sonnenbrille. Panoramas und Videos folgen. Das stemmem hier weder die Sunglasses noch das Netbook noch das WLan vom Hotel.

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