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running soon: 1. Herz-Kreislauf, StrongmanRun 2015

Rauchen und Laufen

Jeder weiß um die schädlichen Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit. Doch welche Auswirkungen gibt es beim Sport genau, insbesondere auf die Ausdauer bezogen? Gibt es vertretbare Grenzen, etwa für “Genussraucher”?

Zigaretten erhöhen massiv den Kohlenmonoxidgehalt im Blut. Es bindet sich circa 300 Mal besser an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) der Blutkörperchen als Sauerstoff. Ein (mehr oder minder großer) Teil des Hämoglobins steht dadurch nicht mehr für den Sauerstofftransport zur Verfügung. Der Effekt hält selbst 24 Stunden nach der letzten Zigarette am Vortag an – schlecht für die Ausdauer, die eine besonders gute Sauerstoffverarbeitung verlangt.

Rauchen verschlechtert die Lungenfunktion und Gefäßregulation. Regelmäßiges Lauftraining wirkt dem zwar entgegen, fängt die Wirkung aber bei weitem nicht ab. Nichtraucher sind im Vorteil und gewinnen bei vergleichbarem Training deutlich mehr Ausdauer. Bislang nur wenige wissenschaftliche Studien haben überhaupt die positiven Auswirkungen von Ausdauertrainings bei Rauchern untersucht. Es ist davon auszugehen, dass der Körper hierdurch schneller Kohlenmonoxyd abgeben kann und sich insgesamt schneller wieder entgiftet. Selbst Raucher sollten daher grundsätzlich vom Training profitieren.

Es gibt aber auch kritische Stimmen, die belegen, dass Raucher anders als Nichtraucher durch Training nicht von einer verbesserten Lungenfunktion profitieren (Quelle). Trügerisch ist, dass gerade im Alter bis 30 Jahre die Lunge selbst bei Rauchern nicht der limitierende Faktor für die Leistung ist, und sich die negativen Folgen schleichend bemerkbar machen.

Likelihood ist die Chance auf eine Erkrankung unbestritten deutlich höher, da gerade bei extrem hohen Belastungen (wie Wettkämpfe oder Langstreckenläufe) Sauerstoffradikale freigesetzt werden und lange Läufe den Herzmuskel beeinträchtigen können. Die Verkalkung des Herzkrankzgefäße ist bei Marathonläufern vergleichbar mit denen von Nichtsportlern. Der Bundesverband Deutscher Internisten rät Läufern ohnehin dazu, sich regelmäßig (sprich mindestens einmal im Jahr) untersuchen zu lassen. Nur ein gesundes Herz und gesunde Gefäße sind die Voraussetzungen für einen Marathonlauf.

Wer mehr wissen möchte und (nicht nur) um Herz und Lunge bangt, muss sich nicht gleich mit (N)STEMI, CV Risiko oder CHADS2 Scores beschäftigen. Für den Anfang reicht vielleicht ein Blick auf das individuelle Lungenalter (FEV1-Kenntnis vorausgesetzt) oder eine Spirometrie durch den Pneumologen seines Vertrauens. Oder schlicht und einfach das Beste und einzig Richtige: Das Rauchen konsequent zu beenden und hinter sich zu lassen.

Eine “gesunde” Grenze beim Maß des Rauchens gibt es nicht. “Genussraucher” mit sehr niedrigem Konsum dürften ohnehin in der absoluten Unterzahl sein, die meisten Raucher sind relativ stark abhängig. Die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sind stets entsprechend.

Als Raucher vergisst man, wie schön die Welt ohne Zigarette ist und wie gut man ohne den blauen Dunst zu leben weiß. Rauchen kostet nur Geld, Gesundheit und Geschmack, trägt in sich aber überhaupt keinen Sinn. Läufer, die sich davon befreit haben, berichten von wesentlich längeren Laufstrecken, unglaublich verbesserter Atmung, erhöhter Geschwindigkeit und einem nochmals gesteigerten, gesunderen Körpergefühl.

Bald ist Jahreswechsel, ich schreibe aber nichts zum Thema Vorsätze. Die werden nur allzu oft gebrochen. Besser ist es, wenn die Erkenntnis aus dem Inneren heraus reift, als es an einem Datum festzumachen. Anti-Aspirations-Aspiranten sei in dem Zusammenhang auch das Stichwort Neuroplastizität empfohlen.

Wer es auch oder eher mit der Yellow Press hat, der kann auch mal einen Blick in die aktuelle Mens Health 1/2010 werfen. Redakteur -> Selbsttest -> 3 Methoden (Akupunktur, Hypnose, Seminar). Positiv abgeschnitten hat das Seminar (Allen Carr, Fazit im Test: Teuer, aber Klartext), übrigens hier auch mit CoOp im Bergischen. Allen Carr und Pig Dog (auch Klartext) kann ich aus Erfahrung empfehlen.

Filed under: Gesundheit, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

One Response

  1. derken says:

    Naja wenn ich mit meinen Freunden joggen gehe, bin ich der einzige der nach 10 min noch nicht am Boden liegt. Könnte evtl. daran liegen das ich Nichtraucher bin.

    Rauchen scheint wirklich viele schlechte Folgen hervorzurufen.

    Das Schlimme ist vielleicht das man die schleichende Verschlechterung seines Gesundheits-Zustandes nicht bemerkt.

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